Seit Nampula bereue ich es sehr, dass ich im letzten Semester nicht meinem Instinkt gefolgt bin und Portugiesisch belegt habe. Habe es deshalb ganz nach oben auf die Liste der Veranstaltungen, die ich im nächsten und wohl letzten Semester an der Universität Bochum unbedingt noch besuchen will, geschrieben (neben Philosophie, Herr Weber).
Weil ich warten aber doof finde, habe ich der ersten Lernerfahrung vorweg gegriffen, nämlich so:
Auf dem nicht grade turbulenzlosen Rückflug von Nampula nach Johannesburg griff ich rein ablenkungshalber zu einer dieser Reisezeitschriften, die an die Passagiere verteilt werden um sie während des Fluges zu unterhalten und die über eher triviale Dinge berichten. In meiner Fluggesellschaft auf Portugiesisch und Englisch. Als ich mich so durch Mosambiks Flora und Fauna las, kam mir eine Idee. Sofort griff ich nach Papier und Stift und schrieb ein paar Phrasen heraus, zur Verwunderung meines Sitznachbarn der sich wohl fragte, warum ich so viel Interesse an Plattitüden wie „the grandeur of the region“, “the landscape is majestic”, “It’s simply fantastic” und schließlich “I try not to repeat myself. It’s hard” zeigte. Anyway. So verging der Flug wie in demselben und kaum war ich zuhause, bastelte ich meine Postkarte zusammen – auf Portugiesisch. Ich präsentiere euch stolz mein zugegebenerweise laienhaftes, aber durchaus kunstvolles Ergebnis:

Bin heute übrigens zum ersten Mal durch Johannesburg gelaufen. In Freiheit! Emanzipiert und schwitzend, leider aber auch noch etwas schleppend (liebe Jogging-Queens, ich vermute ihr habt mich inzwischen mit eurer Kondition überholt). Schuld daran sind die durchaus hügelige Landschaft hier in sowie eine eher schlafarme Nacht neben den zwei platzeinnehmenden kleinen Enkelinnen meiner Gasteltern, die wenigstens für die letzte Nacht im selben Bett schlafen wollten wie ich. Wie kann man da nein sagen…
Vergangenes Wochenende war eigentlich ein Einsatz in Bloemfontein vorgesehen, der aber kurzfristig abgesagt wurde. Ebenso kurzfristig lud mich aber die Grace Baptist Church zu sich ein, wo ich am Freitag und Sonntag kleine Workshops für kleine Menschen durchgeführt habe. Insgesamt war es sehr entspannt. Die Kinder haben gut mitgemacht und mich trotz meiner krächzenden Stimme verstanden.
Am Samstag haben mich die Tibbits zu einem Soring Market auf dem Schulhof der Maranatha Christian School, in der ich übernächste Woche hospitieren und präsentieren werde, genommen, auf dem schon am Morgen gebraait und lauter hübsche Dinge verkauft wurden wie zum Beispiel diese bezaubernden Muffins.
Danach weiter zum Bruma Flea Market, Johannesburgs größter Flohmarkt, wo Touristen sich so richtig austoben können und Verkäufer einen auf Schritt und Tritt verfolgen („Special offering today,for you my Sister“).
Der Buchladen war so ziemlich der einzige Ort, an dem ich in Ruhe gelassen wurde und Charles‘ Dickens klassische „Christmas Stories“ für wenig Geld ergattert habe. Insgesamt war es ein sehr entspanntes Wochenende. Grade richtig zur Halbzeit meines Aufenthaltes hier in Südafrika. So richtig rekapitulieren kann ich noch nicht, dafür brauche ich den Kontrast in Deutschland. Bis jetzt kann ich aber nur eines sagen: wow!







